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Faszination Videospiele – Für jeden was dabei

Ich mag Videospiele sehr, sehr, sehr gerne. Seit meinem ersten richtigen Spiel (Colin McRae Rallye 1) war ich im Bann. Den Spaß und die Faszination, den ich beim Spielen erlebe, können meine Eltern und wohl der Großteil ihrer Generation nicht nachvollziehen. Für sie ist es immer noch Zeitverschwendung und die allmähliche Ausbildung zum abgestumpften Amokläufer. Aber warum ist das so? Auch sie verbringen schließlich eine Menge Zeit vor dem Fernseher mit Filmen oder dem Fernsehprogramm und ‚verschwenden‘ so Zeit. Dabei sind Spiele für mich fast so etwas wie die Weiterentwicklung von Filmen. Schauen wir uns erst einmal an, warum Videospiele besser sind.  😛 

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1. Interaktion

Das Wichtigste, das ein Spiel von einen Film unterscheidet – man kann ins Geschehen eingreifen. Ihr Nicht-Spieler da draußen habt doch bestimmt schon einmal einen Film geschaut und gedacht, ‚Das hätte ich anders gemacht‘ ‚Was wäre wenn …?‘. In Spielen kann man diese Frage beantworten. Es gibt Spieletitel wie z.B. Heavy Rain, die wirklich weniger Spiel sind, als interaktiver Film. Wie cool ist das?! Hier hat man auch nicht die Hürde eines schweren Einstiegs in Steuerung usw. – solltet ihr mal ausprobieren.

2. Bessere Charaktere, Bessere Stories

Natürlich treffen diese Punkte nicht auf alle Spiele zu, es gibt ja auch welche ohne Story und Charaktere, und es gibt schlechte Spiele, deren Charaktere Mist sind. Aber die Spiele, die eine gute Story und gute Charaktere mit sich bringen, hängen alle Filme einfach ab, da sie schlicht mehr Zeit haben, diese vorzustellen und zu entwickeln. Wenn man nach 30 Stunden Red Dead Redemption in der letzten Mission für seine Familie  – Achtung Spoiler – stirbt, löst das was aus, das ein Film nur schwer nachmachen kann. Die nächsten Jahre, wird mit dem Aufstieg von Virtual Reality, was ich persönlich sehr spannend finde, dieses Mittendrin-Erlebnis nochmal wesentlich krasser werden!

3. Grenzüberschreitung

Gewalt in Spielen, das Gegenargument für viele Eltern. Mein Kind soll in seiner Freizeit keine Menschen abballern. Oft geht es dann dabei um 11-jährige Kinder, die GTA spielen. Dieses Spiel ist ab 18. Und das ist auch gut so. Dass Gewaltdarstellung bei Filmen strenge Altersgrenzen haben, haben die meisten Eltern verstanden. Bei Videospielen ist das irgendwie noch nicht ganz angekommen. Schaut einfach besser drauf, was eure Kinder spielen, als grundsätzlich alle Spiele zu verteufeln, liebe Eltern! Die FSK-Grenzen sind fundiert und mit 18 Jahren ist man durchaus in der Lage, zwischen echter und virtueller Gewalt zu differenzieren! Zu oft werden Spiele in den Medien ohne Grundlage als Sündenbock hingestellt, anstatt den wahren Problemen auf den Grund zu gehen. Da wird man als Spieler inzwischen schnell defensiv, aber das musste raus!

Also, wenn man nun alt genug ist, ist diese Grenzüberschreitung in Spielen sehr reizvoll. Menschen sind einfach von Gewalt fasziniert und warum diese dann nicht lieber virtuell ausleben, als in sich aufstauen?

4. Erfolgserlebnisse

Dieser Punkt wird auch oft negativ angesehen, da hier die Suchtgefahr ansetzt. Natürlich kann man zu viel spielen und sich von einer Spielesucht in den Ruin treiben lassen, aber das kann man mit allen Dingen. Wenn ein Ehepaar jeden Tag nach der Arbeit zusammen in WoW versinkt, sind sie Freaks, die nichts mit ihrem Leben anfangen. Wenn sie jeden Abend vor dem Fernseher sitzen, ist das normal. Versteh ich nicht.

Also, Erfolgserlebnisse sind in Spielen eine sehr coole Sache. Wenn man einen schweren Boss nach dem 20ten Versuch endlich schafft und vom Stuhl aufspringt, das sind Glücksgefühle! Wer hat denn nicht gerne Erfolgserlebnisse?! In manchen Ländern wird Minecraft sogar benutzt, um depressive Kinder zu behandeln. Sie bauen in der Klötzchenwelt ihr eigenes Haus, was eben dieses Gefühl von Erfolg und Selbstbestätigung herbeiruft. Cool, oder?

5. Für jeden was dabei

Wenn man sich in der echten Welt keinen Subaru Impreza (oder was wirklich Teures :D)  leisten kann, startet man eben ein Rennspiel! Wenn man gerne mal ein Ritter sein möchte, wird man gleich von einer Wagenladung Spiele erschlagen. Es gibt inzwischen einfach für jeden Geschmack ein Spiel, in dem man seine Fantasie und Träume erleben kann. Besonders cool fand ich z.B. den zweiten Assassin‘s Creed Teil, in dem man Venedig erkunden durfte. Über die Dächer von Venedig zu rennen und über die kleinen Wasserstraßen zu springen macht Laune. Besonders mochte ich, dass hier auch etwas Geschichte eingestreut war. Klar, die Geschichte der Hauptstory mit Leonardo da Vinci entspricht wohl nicht ganz der Wahrheit, aber man konnte sich immer die Geschichte von bedeutenden Gebäuden, die man dort gerade erklommen hatte, durchlesen. So macht Geschichte Spaß!

6. Multiplayer

Eine echt große Sache. Erinnert ihr euch an eure erste Begegnung mit anderen Spielern? Als ich mit dem Spielen angefangen habe, war das Onlinespielen noch sehr kompliziert und teuer, da Internet pro Minute (!) kostete. So richtig online gespielt habe ich erst Halo 1 und wow! Dass man tatsächlich mit 15 Anderen eine Partie spielen konnte, eröffnete ganz neue Möglichkeiten. Nach und nach bildeten sich kompetitive Szenen. Mensch gegen Mensch, die Fähigkeiten in einem Turnier auf die Probe stellen, fast wie ein richtiger Sport. Anfangs noch als milde belächelt, wuchs die ESport Szene vor allem mit den MOBAs League of Legends und DotA2 auf solche Massen, dass die LoL WM letztes Jahr ein Stadion mit 50.000 Fans füllte und Millionen Zuschaue online und vorm Fernseher begeisterte.

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Wie wir sehen können, sind Videospiele toll 😀 Warum also spielen so wenig, eher ältere Menschen? Zunächst einmal wird das, sobald unsere Generation 20 Jahre älter ist, nicht mehr der Fall sein. Zusätzlich ist in Amerika der Durchschnittspieler schon viel älter als in Europa. Es hat also etwas mit der Wahrnehmung in der Gesellschaft zu tun. Also sind mal wieder die bösen Medien schuld.

Aber nicht nur. Der Markt für Videospiele ist dennoch ein eher jüngerer. Das heißt, die Spiele werden mehr für männliche Jugendliche zugeschnitten. Da die Spielebranche inzwischen aber so groß ist, ist das ein eher geringeres Problem.

Erwachsene und Eltern haben für gewöhnlich Jobs. Videospiele brauchen Zeit. Vor Allem wenn man noch nie welche gespielt hat, braucht es schon seine Zeit, bis man sich an die oft komplexe Steuerung gewöhnt. Es existiert also eine deutlich höhere Einstiegshürde als beim Fernseher anschalten. Wenn ihr wollt, dass eure Eltern mal mit euch spielen, richtet alles fertig ein, wählt ein leichtes Spiel und seid nett, wenn sie nicht so gut spielen.

Videospiele und Konsolen kosten Geld. Wenn man noch nie mit Spielen in Verbindung gekommen ist, warum dann 500€ ausgeben? Ein Problem bei Menschen ohne spielende Kinder. Ein bisschen werden diese durch den Aufstieg von Handyspielen angezogen, aber bis man sich tatsächlich eine Konsole zulegt, ist es noch ein weiter Weg. Aber es passiert!

So jetzt wisst ihr warum viele nicht spielen und warum alle spielen sollten! Videospiele werden Film und Fernsehen genau so wenig ablösen wie, damals vorausgesagt, Fernsehen das Radio, aber ich glaube sie werden das nächste große Ding. Vor Allem sobald Virtual Reality angekommen ist. Ihr habt Eltern, Freund, Freundin, die ihr gerne mal zum Spielen bringen wollt, seid behutsam und versteht die Einstiegsschwierigkeiten. Es gibt niemanden, für den Spiele generell nichts sind, also müsst ihr nur auf die Wahl des Spiels achten. Bis demnächst und GL HF!

*geht in die Uni*