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[Erasmus] Tag 5 – Feministin rappt

Tag 5

Für 10 Uhr morgens steht im Plan ‚Community Project – Clean the River‘. Bruno hat gestern noch als Einziger gesagt, er geht vielleicht hin. In dem Fall wäre ich auch mitgegangen. Aber er schläft noch seinen Kater aus. Kein Bach putzen also. Der Samstag ist etwas entspannter als die restlichen Tage. Ich arbeite an meinem Report und meinen Blogeinträgen. Zwischendurch erkunde ich die Gegend. Obwohl der Campus recht klein ist, habe ich den Fitnessraum noch nicht gefunden. Stellt sich raus, der ist im Keller und nur mit Fahrstuhl erreichbar. Ziemlich groß. Und eigentlich am Wochenende zu, aber ich bin trotzdem reingekommen. Beim Rausgehen war ich allerdings sehr verwirrt von einem Knopf mit der Aufschrift ‚No Touch‘. Alle anderen Knöpfe und Türklinken haben aber nicht funktioniert. Ich wusste nicht ob ich den Knopf nun testen sollte oder nicht.

Stellt sich heraus, das stand da, weil der Knopf aktiviert wird, bevor man ihn berührt. Entweder bin ich total blöd, oder das ist total beknackt. Raus aus dem Fitnessstudio, rein in die Bibliothek. Dachte ich. Die hat nämlich auch zu am Wochenende. Bei Kaufland habe ich mir dann erst mal eine Schüssel und Müsli gekauft, die Cafetéria ist morgens einfach nur schlecht. 

Abends wurde auf der großen Campus-Wiese ein Talentwettbewerb veranstaltet. Ich unterhalte mich mit Holländer Sjobbe, der sogar für meinen Geschmack zu zynisch ist und betrachte das Geschehen. Jeder zweite Auftritt waren Sänger/innen, ziemlich langweiliges Talent meiner Meinung nach. Einige waren ganz gut. Einige waren so Titanic-Song-Schrei-Songs, die ich echt schlimm finde, aber die meisten super. Eine Kandidatin wurde als Feministin und Anime-Liebhaberin vorgestellt, keine Ahnung, wieso. Sie hat peinlich gerappt, Sjobbe hat nichts Nettes über sie gesagt. Ein besoffener Russe hat einen so schlechten Standup-Auftritt geliefert, dass ich es schon wieder witzig fand. Mein Favorit war ein Bulgare, der eine Art Kriegstanz aufgeführt hat.

Nach der Show hingen wir einfach weiter auf der Wiese rum. Ich habe Eddy kennengelernt, eindeutig als Metalhead zu erkennen und natürlich auch Albaner. Wir reden etwas über Metalbands, Wacken und wie meine Mutter mir Bilder von Wacken geschickt hat, während ich in der Prüfungszeit war. Fand er witzig. Interessant war später noch das Thema Homosexuelle. Die Albaner, vor allem die Männer sind echt krass dagegen. Echt komisch, die denken gar nicht darüber nach, eher untypisch für Studenten und auch irgendwie unpassend zum Rest ihres Wesens. 

Auf dem Weg in mein Zimmer und ins Bett habe ich noch zwei streunende Kätzchen gesehen 🙂